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Cornix Maledictum, Essen 24.10.03

Cornix Maledictum traten an diesem Abend im Essener Café Nova auf. Ohne ortskundige Einheimische, die ich über die Mitfahrzentrale mitgenommen hatte, hätte ich das Lokal wahrscheinlich nie gefunden. Es ist Teil eines evangelischen Jugendzentrums und liegt etwas versteckt neben einer Kirche. Sehr lustig war, dass ausgerechnet Cornix Maledictum dort auftraten, da ihr Motto lautet: „Man sagt wo wir spielen, trauern die Engel indes der Teufel jubelt“. Aber vielleicht sehen das die evangelischen Engel ja nicht so eng.
Kurz zur Biografie der Band: 1999 gegründet, sind von den Gründungsmitgliedern heute nur noch Ardor vom Venushügel (Dudelsack, Trumscheid) und Steffen der Lautenschläger (Percussion, Mandola) dabei. Im Sommer dieses Jahres ist noch Mario, die Zunge (Dudelsack, Schalmei), zur Band gestoßen.
Ins Café Nova waren an diesem Abend gerade mal 40 Leute gekommen, was die Stimmung aber keineswegs beeinträchtigte. Dazu trug dann schon eher die enorme Kälte in den Räumen bei. Die verschwand aber schnell, nachdem die Band die Bühne betreten hatte. Die drei Jungs aus Frankfurt an der Oder und Wismar besitzen eine enorme Spielfreude, die sofort mitreißt und offensichtlich auch nicht negativ durch geringe Zuschauerzahlen beeinflusst wird.
Toll war, dass sehr viele Titel des neuen, bis dahin noch nicht veröffentlichten Albums, „Mariage en noir“, gespielt wurden. Von diesen Liedern hebt sich „Ska-tjuscha“ besonders ab: nie wäre mir in den Sinn gekommen, ein mittelalterliches Lied mit Ska-Elementen zu verknüpfen. Glücklicher Weise haben Cornix Maledictum mehr Fantasie! „Ska-tjuscha“ ist ein einmaliger Song, der sogar Leute überzeugen dürfte, die diesem Genre etwas skeptisch gegenüber stehen.
Aber auch Stücke ihres Debüt-Albums „…verdammt in alle Ewigkeit“ hatte die Band ins Repertoire aufgenommen. Besonders herauszuheben sind hier die „Merseburger Zaubersprüche II“. Diese wurden schon von In Extremo auf ihrem sehr erfolgreichen „Sünder ohne Zügel“-Album interpretiert. Cornix Maledictum haben sich ebenfalls an dieses Material rangewagt und damit einen Volltreffer gelandet! Die „Cornix-Version“ hält der von In Extremo nicht nur stand, sie übertrifft sie sogar um Längen! Der Dudelsack klingt wunderschön und harmoniert ausgezeichnet mit den Trommeln. In Extremo verwenden eine Harfe und kombinieren diese mit einer E-Gitarre. Das klingt zwar auch nicht schlecht, besitzt aber bei weitem nicht den gleichen Gänsehautfaktor.
„Ai vis lo lop“ ist ein weiteres Stück, das 1998 schon von In Extremo umgesetzt wurde. Der Gesang dazu wurde uns bei dem Konzert in Essen leider vorenthalten. Trotzdem haben Cornix Maledictum eine sehr gute Mittelalter-Version des Liedes geschaffen haben – die perfekte Ergänzung zu In Extremos Rock-Version.
Als Zugabe wurde unter anderem der „Heyduckentanz“ gespielt. Das Lied ist für mich der absolute Höhepunkt jedes Cornix Maledictum-Konzertes. Damit beweisen die Jungs, dass man keine E-Gitarren benötigt, um einen mitreißenden Song zu kreieren. Fazit: Das Café Nova hat an diesem Abend gerockt! Cornix Maledictum besitzen eine enorme Spiel- und Experimentierfreude, von der wir hoffentlich in Zukunft noch mehr zu hören bekommen. Unbedingt mal live anschauen!

Setlist
Mariage en Noir
Stella Splendens
Skudrinka
Drago Swing
Confusio Maledicta
Ska-tjuscha
---------- Pause ----------
Floret silva
Merseburger Zaubersprüche II
Mis Diosa
Vingedanz
Devilsdance
Vive la Coneja
Ai vis lo lop
---------- Zugabe ----------
Andro2
Heyduckentanz
Der Hexer

Tanja Braun "Henkersbraut"


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